Geschichte des Badminton

Badminton hat sich aus dem antiken Federballspiel, genannt "battledore and shuttlecock", entwickelt, das im antiken Griechenland, in China, Japan, Indien und Siam gespielt wurde. Auch bei den Azteken in Mexiko wurde ein ähnliches Spiel gespielt.

Bauern spielten es im mittelalterlichen England und später wurde es zu einem beliebten Kinderspiel. Im Barock wurde das unter "Battledore" oder "Jeu de volant" bekannte Spiel eine beliebte Freizeitbeschäftigung des höfischen Adels in Europa. Ziel war es, den Ball so oft wie möglich hin und her zu schlagen, ohne dass der Ball den Boden berührte. Rekordhalter im Jahre 1830 waren Mitglieder der Familie Somerset, die in einem einzigen Ballwechsel 2117 Schläge schafften.

Warum der "Ball" ein "Federball" ist, weiß bis heute niemand genau. Es gibt verschiedene Geschichten um seine Entstehung, aber niemand weiß genaues. Dass aus "Federball" "Badminton" wurde, haben wir der Residenz "Badminton House" des Herzogs von Beauford in Gloucestershire zu verdanken, wo Ende 1850 eine neue Art des "Battledore" auftauchte.

Die ersten Regeln wurden in Poona / Indien verfasst. In Indien war Badminton eine beliebte Freizeitbeschäftigung, sodass es sich nicht wirklich als Wettbewerbssportart durchgesetzt hat. Auch in England war es eher ein gesellschaftliches Gartenspiel. Die ersten Clubs entstanden 1870/1880 in den Kurorten Südenglands, aber es war schwierig, Wettbewerbe durchzuführen, da es unterschiedliche Regeln und auch Court-Größen gab. Vielerorts wurde das Einzelspiel als egoistisch eingestuft und nicht alle Vereine spielten Doppel.

Es gab auch die Varianten "Trebles" und "Quadruples". 1893 wurde in Southsea / Hampshire von 14 Vereinen die "Badminton Association" gegründet, um einheitliche Regeln durchzusetzen.1902 schloss sich der erste nichtenglische Verein, der Bad Homburger Badminton-Club dem englischen Verband an. Seit 1904 werden die "All England Badminton Championships" ausgetragen, die als inoffizielle Weltmeisterschaften gelten. Mitte der 20er Jahre verbreitete sich Badminton in Nordeuropa, Nordamerika und im Osten, aber in Dänemark und in Kanada machte das Spiel seine größten Fortschritte. Die Dänen machten Badminton zu ihrem nationalen Wintersport.

1934 wurde von England, Wales, Irland, Schottland, Dänemark, Holland, Kanada, Neuseeland und Frankreich die IBF (International Badminton Federation) gegründet. 1936 kam Indien hinzu. Auch in Malaysia wurde Badminton, das überwiegend im Freien gespielt wurde, sehr populär, so dass 1934 die "Malay Badminton Association" gegründet wurde.

1949 wurde der erste "World (Thomas) Cup" für Männerteams gespielt. Mitte der 50er Jahre begann der Wettbewerb für Damenteams mit Einführung des Uber Cups. 1950 fand in Deutschland Badminton schließlich als Wettkampfsport Eingang. Ein Meilenstein für Badminton war 1979 das erste offene und gänzlich professionelle Turnier in der Albert Hall in London. 1992 wurde Badminton bei den XXV. Olympischen Spielen in Barcelona als olympische Sportart anerkannt. Folgende Wettkämpfe wurden ausgetragen: Damen- und Herren-Einzel sowie Damen- und Herren-Doppel. 1996 wurde das Mixed in Atlanta ebenfalls olympisch. Die Premiere bei Olympia in Barcelona wurde ein Fest für Indonesien, das fünf Medaillen gewann. Malaysia gewann eine Medaille. Keines dieser Länder hatte je zuvor eine Medaille bei den Olympischen Spielen gewonnen. Badminton hat sich in der englischsprechenden Welt verbreitet und vor allem in Südostasien, das heute zusammen mit Dänemark die Spitzenspieler stellt.